Es ist soweit: Die Electric Nights gehen in die zweite Runde! Hamburger Blogger und Autoren treten am 29. März zur Literaturshow der Extraklasse an: dem Blogger Book Pitch. Jeder Blogger hat 10 Minuten Zeit, um das eigene Lieblingsbuch gekonnt in Szene zu setzen. Wir stellen die Teilnehmer und Teilnehmmerinnen vorab in Interviews vor: heute stellt sich Autor und Blogger Maximilian Buddenbohm unseren Fragen.

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Du betreibst seit dreizehn Jahren das Blog „Herzdamengeschichten“ – wie kam es dazu, dass du ein Blog eröffnet hast und worum geht es da genau?

Ich habe die Geschichte schon so oft erzählt, wie es zu dem Blog kam, ich beschränke mich jetzt einmal auf die Kurzfassung. Es war wie bei allen wirklich wichtigen Entscheidungen im Leben, es war natürlich wegen einer Frau. Und es geht um alles, was ich aufschreiben möchte. Warum auch immer.

Du bist Vater von zwei Söhnen, die auf deinen Onlinekanälen sehr präsent sind. Dein Blog trägt sogar den Untertitel Buddenbohm & Söhne. Seit wann ist dir klar, dass deine Kinder auch Teil deines Blogs sein sollen?

Seit die erste Schwangerschaft der Herzdame damals so weit gediehen war, dass man öffentlich darüber reden konnte. Das Blog beschreibt, früher viel mehr als heute, unter anderem auch unseren Alltag, es wäre daher eher seltsam gewesen, die Söhne wegzulassen.

Einer deiner beiden Söhne wurde jetzt sogar als Blogger-Newcomer des Jahres ausgezeichnet – dabei ist er gerade einmal acht Jahre alt. Wie erleben deine Kinder selbst ihre Tätigkeit als Blogger?

Als logisch und naheliegend. Die Eltern bloggen und machen dauernd Sachen online, dann ist es für Kinder einladend, da mitzuspielen, wir haben so etwas wie einen Familienbetrieb. Und mir ist es medienpädagogisch sehr recht, wenn sie nicht nur als Konsumenten, sondern auch als Produzenten aufwachsen, ich halte das für enorm wichtig. Sie sollen ruhig wissen, wie man online zu Texten kommt, wie zu Bildern, zu Filmen, zu Podcasts. Sie verstehen auf diese Art die Spielregeln im Internet besser, sie lernen nebenbei etwas über Wirkung, Reichweite und Reaktionen und auch über die Arbeit an all dem. Ich komme aus einem Handwerkerhaushalt, ich habe da als Kind ganz selbstverständlich mitgeholfen. Diese Tradition setzt sich jetzt fort, nur mit völlig anderen Mitteln.

Du hast mittlerweile bereits vier Bücher veröffentlicht, wie genau kann ich mir den Schritt vom Blog zum Buch vorstellen?

Man schreibt ein paar Jahre bienenfleißig und stets bemüht im Blog vor sich hin und wartet ab, ob sich ein Verlag meldet, weil ihm vielleicht ein Format gefällt. Dann tut man wahnsinnig beschäftigt, denn man kommt ja zu nix, und man weiß auch nicht recht, ob man das wirklich möchte, Bücher sind ja etwas altmodisch, und ob man das alles zeitlich kann, das weiß man auch nicht, und dann auch dieser Druck, also wirklich, man muss über so ein Angebot erst einmal gründlich nachdenken. Dann denkt man mindestens fünf Minuten lang nach und sagt ja. Und freut sich dolle.

Kannst du denn von deinen Blogprojekten leben, oder hast du auch noch einen Hauptberuf?

Ich teile die Berufswelten auf. Ich arbeite vormittags festangestellt und mit Zahlen, nachmittags frei und mit Buchstaben. Je höher der Anteil ist, den ich mit Buchstaben erwirtschafte, desto größer ist der Spaß – aber leider, leider auch der Stress und der Wahnsinn. Es ist ein wenig kompliziert.

Was ist denn dein ultimativer Hamburg-Geheimtipp? Welchen Ort muss man unbedingt gesehen haben?

Den Steindamm

Zum Abschluss würden wir gerne dein Lieblingszitat aus dem Buch erfahren, dass du bei der Electric Night vorstellen wirst!

“N’ Ich hat irgendwie jeder.”

Copyright: Anne Koch

Maximilian Buddenbohm schreibt: